Alexander
Handlung:
Der junge Eroberer Alexander (Colin Farrell) erobert mit seiner zusammengewürfelten Armee einen großen Teil der Erde. Dabei muss er Siege und auch Niederlagen in Kauf nehmen.
Kritik:
So, mit einer Kritik über Alexander melde ich mich jetzt seit langer Abstinenz im Bereich Monumentalfilm zurück. Eigentlich wollte ich Alexander damals im Kino gucken, doch ich verpasste den Film leider. Doch da es nun Alexander für unter 10€ auf DVD gibt habe ich ihn mir gekauft.
Die Handlung des Films basiert auf den griechischen "Helden" Alexander, doch wieviel der Film aus der Realität übernommen hat ist mir leider nicht bekannt, da ich mich mit dem Teil der griechischem Geschichte nicht so gut auskenne. Der Film zeigt das Leben von Alexander vom Anfang bis zum Ende, wobei das Hauptaugenmerk eher auf die Zeit abzielt wo Alexander schon jung erwachsen ist. Was mich etwas gestört hat, und auch schon fast mein einziger Kritikpunkt ist, sind die doch sehr umfangreichen Dialoge und langatmige Szenen die den Film in seiner Geschwindigkeit etwas ausbremsen. Auf die Dauer wird es etwas anstrengend sich immer mit Alexander und seinen Problemen und Beziehungen auseinander zu setzten, wovon gerade die zweite Hälfte des Films stark betroffen ist.
Doch kommen wir nun zum "fast" wichtigsten in einem Monumentalfilm, nämlich großangelegte Massenschlachten. Hiervon kann Alexander zwei Stück bieten, wobei die erste in einer Wüste statt findet und die zweite in einem Wald. Was mir in der ersten Schlacht sehr gut gefallen hat, war die Kameraperspektive des Adlers der über das Schlachtfeld geflogen ist. Allerdings hätte ich mir noch mehr rasante Kamerafahrten direkt im Schlachtgetümmel gewünscht. Wie dem auch sei, das "Gänsehautfeeling" kommt in anderen Monumentalfilmen etwas besser rüber, obwohl es auch in Alexander nicht vollständig fehlt. In der zweiten Schlacht haben mir die Kriegselefanten besonders gut gefallen und das etwas ungewöhnliche Schlachtfeld im Wald. Es sieht einfach total geil aus wie die indischen Elefanten in die griechischen Phalanx einmarschieren und sie aufreiben.
Am Anfang war ich etwas skeptisch, dass Alexander eine Freigabe ab 12 Jahren von der FSK bekommen hat, da man ja in einem Schlachtenfilm auch mal die eine oder andere realistische Kriegsdarstellung erwartet. Man sieht zwar in Alexander keine fliegenden Gliedmaßen oder hervorquellenden Gedärme, doch dafür bekommt man (für einen Film der ab 12 Jahre ist) schon mal den einen oder anderen blutigen Effekt zu sehen. Diese können sich zwar nicht mit denen aus Braveheart oder Gladiator messen , doch war ich immerhin positiv überrascht. Man sieht z.B. die eine oder andere blutige Wunde, eine blutige Exekution und ähnliches.
Nun ein paar Worte zu den Schauspielern: Bevor ich den Film gesehen habe habe ich die eine oder andere negative Kritik über Alexander gelesen, in denen besonders über die Schauspieler negativ berichtet wurde. Ich muss zugeben, Colin Farrell (Daredevil, Der Einsatz, Tigerland, Nicht auflegen!, S.W.A.T.) als griechischer Held war für mich am Anfang auch sehr gewöhnungsbedürftig, doch das hat sich im laufe des Films gelegt. Er kann sich zwar nicht mit einem Mel Gibson oder Russell Crowe messen, doch schlecht fand ich ihn auch nicht. Angelina Jolie (Tomb Raider 1+2, Gone in 60 Seconds, Der Knochenjäger, Taking Lives, Mr. und Mrs. Smith, Hackers) als Alexanders Mutter hat mir gut gefallen, obwohl ich ihre Rolle im Film etwas merkwürdig fande. Anthony Hopkins (Das Schweigen der Lämmer, Hannibal, Roter Drache, Instinkt, Die Maske des Zorro) als derjenige welcher die Geschichte im hohen Alter erzählt ist meiner Meinung nach eine gute Besetzung für die Rolle und fällt überhaupt nicht negativ auf. Zum Schluss hätten wir noch in den Hauptrollen Val Kilmer (Mindhunters, Heat, True Romance, Top Gun) in der Rolle von Alexanders Vater welcher mir aber nicht sonderlich gut gefallen hat. Irgendwie wirkt er mir zu künstlich und passt meiner Meinung nach einfach nicht in die Rolle des alten Königs. Das mag daran liegen, dass er in seinen anderen Filmen immer ein glattrasiertes "Babyface" hat.
Zum Schluss kann ich nur sagen, dass mir Alexander soweit gut gefallen hat, aber nicht an die Oberlieger an Monumentalfilmen wie Braveheart oder Gladiator oder Last Samurai heranreicht. Ich würde ihn eher auf eine Ebene mit Troja stellen. Trotzdem für einen langen Sonntag Nachmittag oder Abend genau das Richtige!
Fazit:
Ganz guter Monumentalfilm, welcher aber bei weitem nicht an die Spitzenreiter im Genre heranreicht. Trotzdem lohnt sich das Schauen auf jeden Fall!
Großbritannien / USA 2004
Laufzeit: ca. 169min
Regie: Oliver Stone
Darsteller: Colin Farrell, Angelina Jolie, Anthony Hopkins, Val Kilmer, Jared Leto, Gary Stretch, Rosario Dawson
FSK: 12
DVD Version: Die Labels Highlight / Constantin haben den Film in Deutschland ungeschnitten in zwei verschiedenen Editionen veröffentlicht. Es gibt einmal die einfache Edition mit einer DVD auf der sich als Extras nur 3 Trailer befinden. In der "Premium Edition" befindet sich noch eine zweite DVD mit viel Bonusmaterial.
----------keine tabellarische Bewertung bei Monumental- und Kriegsfilmen----------